Der Bartgeier, bei uns in den höheren, felsigen Lagen der Alpenregion zuhause, zählt mit einer Flügelspannweite von zwischen 250-290 cm zu den größten flugfähigen Vögeln der Welt. Mit 225 bis 250 Brutpaaren ist er einer der seltensten Greifvögel Europas. In der Schweiz waren es im Jahre 2013 neun Paare, wovon sechs erfolgreich je ein Junges aufzogen.
Mit der Spezialisierung auf Knochen hat der Bartgeier eine Nahrungsnische gefunden, die ihm von keinem anderen Tier streitig gemacht wird. Ausgewachsene Vögel können bis zu 18 cm lange und 3 cm dicke Knochen unzerkleinert verschlucken. Die starke Magensäure löst die schnabelgerechten Knochentrümmer auf, nachdem sie im Ganzen verschluckt worden sind. Noch grössere Knochen werden jedoch vor dem Fressen zerkleinert. Der Geier ist in der Lage die Knochen zu ergreifen, sich mit ihnen in die Luft zu erheben und sie aus einer Höhe von 60 bis 80 m fallen zu lassen. In ihrem Revier nutzen Bartgeier regelmässig sogenannte Knochenschmieden, das sind Felsplatten von etwa 30 m2. Auf diese lässt der Bartgeier den Knochen hinabstürzen, bis dieser zerbricht. Bartgeier sind geduldig und lassen Knochen bis zu vierzig Mal hinabfallen, bis sie endlich zerbrechen.